Werkfeuerwehr mit besonderem Know-how für die Rettung aus Industrieanlagen

Im Fokus: besondere Jobs im CHEMPARK

Wenn Michael Meier und seine Kollegen sich im Notfall anseilen, absichern oder abseilen, muss jeder Griff sitzen und die Technik fehlerfrei funktionieren. Die Werkfeuerwehrleute im CHEMPARK werden bereits im Laufe ihrer Ausbildung zum Retter in Industrieanlagen geschult. Das Konzept ist für Chemieparks wie den CHEMPARK maßgeschneidert.

Mit ihren neuen Industrieretterschulungen erklimmt die Werkfeuerwehr ein noch höheres Sicherheitsniveau. Hier bereiten sich die Feuerwehrleute auf eine Übung vor.

Auch wenn die drei CHEMPARK-Standorte in der niederrheinischen Tiefebene liegen, führt die Arbeit in den Betrieben vor Ort mitunter in luftige Höhen oder dunkle Tiefen. Kommt es dort zu einem Notfall, zählen besonders jede Sekunde und eine schnelle Rettung. Genau darauf haben sich die Werkfeuerwehrleute spezialisiert und ein ausgeklügeltes Rettungskonzept entwickelt. Und das lernen angehende Feuerwehrleute im CHEMPARK bereits während Ihrer Ausbildung.

Wichtiger Teil der Werkfeuerwehrausbildung

In Krefeld-Uerdingen absolviert inzwischen jeder Auszubildende und jeder Anwärter der CHEMPARK- Werkfeuerwehr die Fortbildung zum Industrieretter. „Unsere Auszubildenden sind davon begeistert und wissen den Wert der Zusatzqualifikation beim Einsatz im CHEMPARK sowie für ihre Karrierechancen zu schätzen“, sagt Michael Meier von der Werkfeuerwehr im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen.

Das Konzept für eine sogenannte seilgestützte Rettung im Werk ist dabei auf die Gegebenheiten im CHEMAPRK angepasst. Davon profitieren Betriebe, angehende Feuerwehrleute und fertig geschulte Höhenretter gleichermaßen. „Da wir uns auf typische in der Industrie anzunehmende und anzutreffende Szenarien fokussiert haben sowie ausschließlich knotenfreie und vorkonfektionierte Systeme einsetzen, haben wir eine kompakt vermittelbare, praxisnahe und fehlerarme Rettungsstrategie entwickelt“, versichert Meier, der vorher als Höhenretter für Thyssen Krupp arbeitete, bevor er vor drei Jahren zum CHEMPARK-Manager und -Betreiber CURRENTA wechselte.

Zum Einsatz kommt diese passgenaue Strategie nur im Notfall. Die Arbeit der Sicherheitsexperten von der Werkfeuerwehr fängt aber schon vor einer Rettung an. Denn die Schwerpunkte der Industrieretteraktivitäten sind die Beratung von Betriebsleitern oder Sicherheits-Beauftragten sowie die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Wir beraten, schulen und unterstützen die Betriebe bei allen Fragen der Industrierettung im CHEMPARK“, erklärt Meier. Denn verantwortlich für die Sicherheit bei Arbeiten zum Beispiel auf Gerüsten oder in zu reinigenden Behältern sind die jeweiligen Betriebe und Auftraggeber der Arbeiten. „Denn auch wenn unsere Feuerwehrleute nach nur ein paar Minuten vor Ort sind, so gilt auch hier: Es zählt jede Sekunde. Gut geschulte Kolleginnen oder Kollegen können den Ausschlag geben und mögliche gesundheitliche Folgen minimieren.“

Spezialisierung auf unterschiedliche Rettungsszenarien im CHEMPARK

Die Werkfeuerwehr übt und trainiert alle typischen Rettungsaufgaben im Werk. Mit bis zu 95 Meter langen Seilen ist Folgendes möglich:

  • Rettung aus Behältern, Silos und engen Räumen

  • Patiententransport von höhergelegenen Arbeitsplätzen wie Kolonnen oder Rohrbrücken

  • Rettung bei Kanal- und Tiefbauunfällen

  • Rettung von Personen aus Steigschutzsystemen

  • seilunterstützter Patiententransport von Binnenschiffen

Vollschutz-Rettungsübung einer im Behälter verunfallten Person.

Fokus auf Absturzsicherung

Damit die Retter sicher retten können und nicht noch mehr Personen verunfallen, setzt die Werkfeuerwehr den Gerätesatz Absturzsicherung, kurz APAR, ein. Dieser hat sich in der Praxis so gut bewährt, dass er von der Berufsgenossenschaft sogar einen Förderpreis erhalten hat.

Der APAR ermöglicht in absturzgefährdeten Bereichen, wie zum Beispiel an Absturzkanten, das Halten und Rückhalten, eine Absturzsicherung sowie den gesicherten Vorstieg zur Seite, nach oben oder nach unten.

„Mit dieser Technik können wir Personen durch Ablassen, auch in Begleitung, sowie durch Aufziehen mit einem Flaschenzug retten“ erklärt Meier. Gleichzeitig können über das System auch die Retter direkt an die schwer zugängliche Einsatzstelle gelangen.

Abseilen

Abseilen

Per Flaschenzug hochziehen

Durch Öffnung mit APAR in Sicherheit ziehen