Bildungscampus Dormagen

Warum im CHEMPARK ausbilden lassen?

Ausbilder im Interview

Der CHEMPARK-Manager und -Betreiber CURRENTA bildet in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen über 2.200 junge Menschen aus – unter anderem für Bayer, Covestro, Lanxess, Tectrion, die Ausbildungsinitiative Rheinland und für den eigenen Bedarf. Das Besondere: Die Ausbildung findet in einem trialen System statt und unterscheidet sich im Aufbau somit von vielen anderen Ausbildungen.

Hanna Teichen,
Ausbilderin für Industriekaufleute

Dirk Kleinen,
Ausbilder für Metallberufe

Tobias Neukirchen,
Ausbilder für Elektrotechnik

Bildungscampus Leverkusen

Die Ausbildung bei CURRENTA findet in einem trialen System statt. Was bedeutet das?

Dirk Kleinen: Neben der normalen Berufsschule und den betrieblichen Einsätzen besuchen unsere Azubis zusätzlich das Ausbildungszentrum. Hier werden die theoretischen und praktischen Teile miteinander verbunden.

Tobias Neukirchen: Der Vorteil ist, dass in den Werkstätten im Ausbildungszentrum zwar praktisch gearbeitet wird, aber eben zum Üben und Lernen – unsere Azubis müssen nicht direkt in den Betrieb. Dadurch, dass die Gruppen verhältnismäßig klein sind, können wir individuell auf jeden eingehen. Wir machen wenig Frontalunterricht, die Azubis arbeiten gemeinsam oder alleine an Projekten und können sich ihre Zeit bis zur Abgabe mehr oder weniger frei einteilen.

Hanna Teichen: Unsere kaufmännischen Azubis gehen zwar nicht in die Werkstätten, bekommen aber im Ausbildungszentrum beispielsweise Englisch-Kurse, betriebswirtschaftliche Seminare und Prüfungsvorbereitungen. Wir haben außerdem eine Übungsfirma eingerichtet, bei der sich unsere Azubis freiwillig bewerben und dann einbringen können. Hier bilden wir verschiedene Abteilungen, wie den Ein- und Verkauf, das Rechnungswesen und die Personalabteilung ab. Im Moment besteht unsere Firma aus 26 Azubis aus verschiedenen Jahrgängen.

Was sind die Vorteile des trialen Systems?


Hanna Teichen:
Wir sind Ansprechpartner, Betreuer und Ausbilder. Planen aber auch die Abteilungseinsätze und stehen in ständigem Austausch mit den Azubis, auch wenn sie in der Berufsschule oder den Betrieben sind.

Tobias Neukirchen: Wir arbeiten viel enger mit den Azubis zusammen, als bei einer Ausbildung im dualen System. Wir pflegen einen sehr vertrauensvollen Umgang miteinander und helfen und unterstützen auch bei Problemen.

Dirk Kleinen: Wir bieten diese Art der Ausbildung schon seit vielen Jahren an. Sie hat hier quasi Tradition. Damit meine ich aber nicht, dass wir irgendwann stehen geblieben und veraltet sind. Im Gegenteil: Durch unseren Reichtum an Erfahrungen, sind wir sehr gut aufgestellt und können auf die Veränderungen der Zeit eingehen.

Bildungscampus Krefeld-Uerdingen

Sie haben selbst Ausbildungen gemacht, teilweise bei CURRENTA beziehungsweise Bayer, teilweise außerhalb des CHEMPARK. Wie haben Sie diese erlebt? Und wann haben Sie gemerkt, dass sie ausbilden wollen?

Tobias Neukirchen: Ich habe zuerst eine Ausbildung außerhalb des CHEMPARK gemacht. Danach habe ich dann noch eine bei CURRENTA abgeschlossen. Das triale System hat mich total überzeugt. Ich war der älteste Azubi und hatte so ein bisschen die „Großer-Bruder“-Rolle. Ich habe dann schnell gemerkt, dass ich gerne ausbilden möchte.

Hanna Teichen: Ich war mit meiner Ausbildung zur Bankkauffrau außerhalb des CHEMPARK sehr zufrieden. Das lag daran, dass wir eng betreut wurden. Ich habe schon während der Ausbildung gemerkt, dass ich gerne mit Azubis arbeiten möchte. Deshalb habe ich bei meinem BWL-Studium auch den Schwerpunkt „berufliche Bildung“ gewählt und meinen Ausbildereignungsschein gemacht. Bei CURRENTA gefällt mir, dass wir hier die Azubis auch sehr eng begleiten.

Dirk Kleinen: Ich habe vor 33 Jahren eine Ausbildung bei Bayer gemacht. Auch in dem trialen System. Ich fand damals schon, dass das System gut funktioniert. Man wird gut aufgefangen als Azubi. Das zeigt auch heute noch die hohe Bestehensquote bei uns. Ich habe nach meinem Abschluss schnell gemerkt, dass ich lieber als Ausbilder arbeiten möchte. Für mich ist das eine Berufung. Es geht nicht nur ums Fachliche, sondern auch ums Menschliche. Man muss als Ausbilder schon Feuer und Flamme für den Beruf sein.

Wie ist es jetzt mit Corona?


Tobias Neukirchen:
Corona hat natürlich einiges durcheinandergebracht und auch die Einsätze im Ausbildungszentrum stark eingeschränkt. Wir konnten uns aber gut und vor allem schnell auf die neue Situation einstellen. Dabei hat geholfen, dass wir uns schon seit einigen Jahren mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen.

Dirk Kleinen: Es funktioniert. Zwar ist es im Moment eine Mischung aus Homeschooling und dem Einsatz vor Ort, aber dank der Bildungscloud, in die wir die Lehrinhalte hochladen können, klappt das sehr gut.

Hanna Teichen: In diesem Jahr findet aufgrund der Corona-Situation ein hoher Anteil unserer Seminare zwar digital statt, aber wir kommen gut zurecht und stehen im engen Kontakt zu den Azubis zu Hause. Zum Glück waren wir vor der Pandemie schon sehr gut vernetzt und größtenteils auch digital unterwegs.