Ohrgesundheit – ein Leben lang

CURRENTA-Team Lärm am Arbeitsplatz“ schützt Mitarbeiter in CHEMPARK-Betrieben

Die beiden CURRENTA-Schallschutztechnikexperten Markus Fuchs und Volker Thele kennen die Betriebe an den CHEMPARK-Standorten nicht nur wie ihre Westentasche, weil sie bei ihrer Arbeit regelmäßig von Betrieb zu Betrieb touren: Sie können sie quasi erhören“ und wissen, wie die Betriebe klingen“ – und zwar im Inneren.

Im Inneren, also mittendrin im Betrieb, ist in gewisser Weise auch der Arbeitsplatz der Spürohren. Hier messen sie die Geräusche in den Räumlichkeiten der Betriebe und wo es laut – oder auch zu laut – ist. Dabei besonders im Fokus: die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Produktions- und Lagerbereich, aber auch Werkstätten, Laboratorien, Messwarten, Büros, Pausenräume und vieles mehr gilt es zu erfassen.

Das Praktische: Ihr wichtigstes Arbeitsgerät, ihr „Ohr“, haben die beiden Schallschutztechniker immer dabei, den Handschallpegelmesser, ein kleines Hightech-Gerät, das Fuchs und Thele für ihre Messungen brauchen, und das sogar in ihre Jackentasche passt.

„Im Lauf der Jahre ist die Technik immer feiner und kleiner geworden“, erklärt Thele. „Früher waren wir mit einem großen Koffer unterwegs“, ergänzt Fuchs. „Heute führen wir den Großteil der Messungen mit dem Handschallpegelmesser durch – einem Gerät, das nicht größer als ein Smartphone ist.“ Ein Smartphone mit Kopf: Was wie ein schwarzer Ball aussieht, ist ein Schutz für das Mikrofon und wird über den Sensor gestülpt. Und dann geht’s auf die Schall-Pirsch. Denn Schall gibt’s überall.

Volker Thele (l.) und Markus Fuchs auf Geräusch-Pirsch in der Thermischen Abluftverbrennungsanlage (TVA) im CHEMPARK Dormagen.

„Jedes hörbare Geräusch ist Schall“, so Thele. „Also die Luftschwingungen, die für Menschen über das Gehör wahrnehmbar sind.“ Die Angabe der gemessenen Werte erfolgt in Dezibel, kurz dB. „Ab mehr als 85 dB(A)* ist der durch die Luftschwingungen entstehende Schall nicht mehr nur störend und mitunter lästig, sondern schädigt das menschliche Gehör bei nicht ausreichendem Schutz“, macht Fuchs deutlich, wie wichtig die Ergebnisse der zwei Schallsucher sind. Wenn es um die genaue Analyse aller Messwerte geht, arbeiten sie stets nach dem Vieraugenprinzip eng zusammen. Dann werden alle Ergebnisse in einer Gefährdungsbeurteilung mit den nötigen Maßnahmen zusammengefasst und Empfehlungen ausgesprochen, wie die Geräuschbelastung möglichst geringgehalten werden kann, beispielsweise durch technische oder organisatorische Lärmminderungsmaßnahmen oder letztendlich auch durch eine Erweiterung der persönlichen Schutzausrüstung.

Acht Stunden lärmgeschützt im CHEMPARK

Fuchs und Thele sind im CHEMPARK gut vernetzt: mit den HSEQ-Beauftragten und natürlich mit den Betriebsleitern selbst. Letztere sind gesetzlich durch die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter bei der Arbeit gegen zu großen Lärm zu schützen. „Das Thema Lärmschutz ist bei den meisten Verantwortlichen gut verankert – da müssen wir kaum Überzeugungsarbeit leisten“, freut sich Thele. Das Schallschutztechnik-Team ‚Lärm am Arbeitsplatz‘ betreut die Betriebe im CHEMPARK und an anderen Chemie-Standorten in punkto Schallüberwachung; etwa alle fünf Jahre werden die Betriebe hierbei neu durchgemessen und aktuelle Analysen erhoben. Und das seit Jahrzehnten.

Aber auch unterjährig werden die Kunden im CHEMPARK von der Schallschutztechnik betreut. Fällt Mitarbeitern im Betrieb etwas Lautes auf oder möchte der Betrieb nach einer Lärmminderungsmaßnahme den Erfolg nachgewiesen haben, sind die Schallschützer schnell zur Stelle. Ein großer Vorteil: Sie sind direkt vor Ort! Zudem steht die Schallschutztechnik den Betrieben bei Schulungen zum Thema Lärmschwerhörigkeit unterstützend zur Seite. Für den Lärmschutz am Arbeitsplatz ist für die CHEMPARK-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter also in jeder Hinsicht gut gesorgt.

Lärmschutz in 16 Stunden Freizeit

Das Ohr ist dagegen von alleine weniger geschützt. Es ist rund um die Uhr empfangsbereit und kann nicht zugeklappt werden. Umso wichtiger ist es, für seinen nötigen Schutz gegen Lärm zu sorgen – auch in der Freizeit. „Hier ist jeder für sich selbst verantwortlich“, macht Thele auf die Eigenverantwortung jedes ‚Hörers‘ aufmerksam. Denn zu dem Lärm im Betrieb kommen womöglich noch viele Stunden Freizeitlärm hinzu. Ohne den ergänzenden Gehörschutz in der Freizeit kann es dann, trotz sorgfältigem Schutz am Arbeitsplatz, zu Schäden am Ohr kommen.

Wann aber stellen Musik, Garten- oder private Handwerksarbeit eine Gehörgefährdung dar? Das Wahrnehmen von Geräuschen ist sehr subjektiv: Was der eine als Lärmbelastung empfindet, ist für den anderen noch ein angenehmer, gut erträglicher Pegel. Doch in Sachen Gehörschutz zählt das persönliche Empfinden nicht „Gehörgefährdung kann man nicht fühlen, sondern nur messen“, sagen die Experten einstimmig. Dafür gibt es zum Beispiel eine neue App der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, mit der man orientierend mit dem Smartphone Schallpegel messen kann. „Gehörschutz ist auch für die Freizeit empfehlenswert und gar nicht albern“, betont Fuchs. „Jeder Gehörschutz, der getragen wird, hilft.“ Hier gilt es, im Allgemeinen noch Aufklärungsarbeit zu leisten: Vielen Menschen sind die Gefahren von zu großem Freizeitlärm unbekannt.

Ihr wichtigstes Arbeitsgerät haben die Schallschutztechniker immer gut geschützt in einem Koffer dabei: den Handschallpegelmesser.

Hier hat der Handschallpegelmesser seinen großen Einsatz: Volker Thele erhebt die Schallbelastung für einen Schlosser, der Arbeiten mit der Flex ausführt.

Die Messung findet nah am Ohr des Mitarbeiters statt; schließlich gilt es, die Lärmbelastung im Arbeitsprozess zu erheben.

Qualität ist Trumpf

„Seit dreizehn Jahren arbeite ich mit dem Thema Lärm am Arbeitsplatz“, macht sich Robert Tischtau, Leiter des gleichnamigen Bereichs bei der CURRENTA-Schallschutztechnik, stark für die eigenen Ohren und die der Kolleginnen und Kollegen. „Es ist ein Aufgabengebiet, was mich weiterhin begeistert, einfach auch weil es so wichtig ist. Eine exzellente Technik und die Fortbildung meiner Mitarbeiter sind für mich das A und O für unseren Erfolg als eine nach DIN akkreditierte Prüfstelle.“

Das Team um Tischtau ist mit Technik und Wissen immer auf dem neuesten Stand. Denn nur so können sie die hohen Anforderungen, die ihre Arbeit mit sich bringt, zur Zufriedenheit aller erfüllen – Menschen wie Ohren. Das bedeutet aktuell zum Beispiel, sich auf die neue „Arbeitsstättenregel Lärm“ einzustellen. Sie nimmt die verstärkte Schallüberwachung in Büros in den Blick. Dort geht es zwar nicht um gehörgefährdenden Lärm, aber auch nur störender Lärm kann krank machen.

Ruhig wird es im CHEMPARK also nicht. Gut, dass es da die Schallsucher der Schallschutztechnik gibt. Denn die sind mit einem Ohr immer da, wo es was zu hören gibt.

* dB (A) Das A gibt einen Hinweis darauf, dass man das Schallspektrum so misst, wie es vom menschlichen Gehör wahrgenommen wird.

Kein Mittel gegen Lärmschwerhörigkeit

Schallschutzmessungen, Gehörschutz, Freizeitlärm – viel Lärm um nichts oder wenig? Keinesfalls! Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste anerkannte Berufskrankheit in Deutschland. Sie entsteht, weil die Haarzellen im Innenohr geschädigt sind. Das kann durch kurz einwirkende sehr hohe Schalldruckpegel passieren – zum Beispiel durch einen lauten Knall. Oder aber auch durch lang einwirkende hohe Schalldruckpegel, wie bei der Lautstärke eines Staubsaugers im Einsatz. Zellen im Innenohr, die durch zu hohe Lärmbelastung zerstört wurden, wachsen nicht nach. Das bedeutet: Die Schäden am Gehör sind dauerhaft, es gibt kein Medikament dagegen. Und ein Hörgerät kann ein normal hörendes Ohr nicht ersetzen! Wer schwerhörig ist, hört nicht nur schlechter, auch das Verständnis von Sprache leidet; so besteht für schwerhörige Menschen die Gefahr, einsam und isoliert zu werden.

Ärzte beobachten einen alarmierenden Trend: Viele Menschen sind heutzutage mit 60 Jahren schon so schwerhörig wie unsere Vorfahren es erst mit 80 waren. Das Tückische: Schäden am Ohr durch Lärm zeigen sich erst, wenn es zu spät ist. Es gibt keine Vorwarnung durch Schmerzen. Und Schädigung durch Lärm ist meistens ein Langzeiteffekt. Umso wichtiger ist es, auf die Hinweise zur Prävention von Experten zu hören und den Ohren auch immer wieder eine Sende- oder besser noch Empfangspause zur Erholung zu gönnen.

Übrigens: Der gesamte Körper reagiert auf Lärm, auch wenn dieser noch keinen für die Ohren schädigenden Schallpegel erreicht hat. Hier sprechen Fachleute von sogenannten extra-auralen Lärmwirkungen – sie zeigen sich in unterschiedlichen physiologischen und psychischen Reaktionen. Konkret können beispielsweise Konzentrationsprobleme eine Folge von störendem Lärm sein oder auch Kopfschmerzen, Herz-Kreislaufprobleme, Bluthochdruck, Verdauungsprobleme und Schlafstörungen.

Wo das blaue Gebotsschild mit dem Kapselgehörschutz angebracht ist, gilt es, einen geeigneten Gehörschutz zu tragen. Dies ist in Bereichen ab einem Schalldruckpegel von 85 dB(A) der Fall. Hierfür gibt es zum Beispiel zum einmaligen Gebrauch weiche Ohrstöpsel aus speziellem Schaumstoff, die direkt in den Gehörgang gesteckt werden, oder Kapselgehörschutz, der kopfhörerähnlich gebaut ist. Gehörschutz zählt zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA).

Tipps für die persönliche Ohrgesundheit vom Schallschutztechnik-Team Lärm am Arbeitsplatz

Markus Fuchs

Ich höre gerne Musik. Außerdem spiele ich aktuell in einem Projekt und einer Band Gitarre und Bassgitarre und singe. Natürlich denke ich dabei auch an meine Ohren. Als Gehörschutz verwende ich eine sogenannte Otoplastik – das ist ein Ohrpassstück aus Kunststoff, das extra vom Hörgeräteakustiker für mich nach einem Abdruck angefertigt wurde. Bei dieser individuellen Otoplastik kann ich sogar mit verschiedenen Filtern arbeiten – so habe ich die Möglichkeit, je nach Situation den Schall unterschiedlich stark zu dämmen. Für das gemeinsame Musikmachen in der Band ist es natürlich sehr wichtig, dass ich einerseits geschützt werde, aber andererseits auch meine Band-Kollegen gut hören kann. Dafür ist so eine Otoplastik mit Filter ideal.

In einem Betrieb, wo es laut ist, Gasleitungen zischen oder eine Pumpe klopft, ist jedem klar, dass hier eine Gefährdung besteht und eine Lärmminderung erforderlich ist. Doch bei Geräuschen, die Menschen mögen, schätzen sie deren Lautstärke häufig falsch ein – etwa bei dem weit verbreiteten „Lieblings-Freizeitlärm“ Musik. Und gerade bei der Nutzung von Kopfhörern kommt es auf den richtigen Einsatz an. In dieser Broschüre erfahren Sie, wie Sie sich vor einem Gehörschaden via Kopfhörer schützen können.

Volker Thele

Genau wie mein Kollege höre auch ich gerne Musik. Besonders im Auto achte ich aber darauf, dass sie eine angemessene Lautstärke hat. Gut zu hören, hat nämlich auch immer mit Sicherheit zu tun. Wer die Musik so laut aufdreht, dass er im Straßenverkehr Warnsignale nicht mehr wahrnehmen kann oder sogar das Martinshorn eines Krankenwagens überhört, gefährdet sich selbst und andere.

Auch wenn Sie als Fußgänger oder Fahrradfahrer am Straßenverkehr teilnehmen – ein Hupen oder Klingeln müssen Sie hören, um sicher unterwegs zu sein. Ein erstes Anzeichen für einen Hörschaden kann sein, dass kein selektives Hören mehr möglich ist – bei mehreren Gesprächen gleichzeitig sind einzelne Gespräche dann nicht mehr zu verstehen. Auch die Lautstärkeeinstellung kann ein Indiz sein, zum Beispiel, wenn Fernseher und Radio immer lauter gestellt werden, weil man immer schlechter hört, was gesprochen wird. Wenn Sie sich unsicher fühlen, ob Ihre Ohren gut genug geschützt und Ihr Gehör gesund ist, machen Sie bei Ihrem Hals-Nasen-Ohrenarzt einen Hörtest und holen Sie sich Hilfe für Ihr Ohr.

Robert Tischtau

Ich achte persönlich immer auf die Lärmdämmung, wenn ich ein neues elektrisches Gerät für Haus und Garten anschaffe. Auf allen Geräten sollte das CE-Prüfsiegel mit der Angabe des Schallleistungspegels sein. Wichtig zu wissen ist dabei, dass 10 dB mehr eine zehnfach höhere Lärmbelastung bedeutet. Von daher lohnt es sich auf jeden Fall, 50 Euro mehr für 10 dB weniger auszugeben. Damit schützen Sie Ihre Ohren – und dann klappt’s auch gut mit dem Nachbarn, wenn Sie leise Geräte verwenden.

Hier finden Sie viele Informationen zum Lärmschutz im Garten. Beim Kauf von Gartengeräten sollte man auf das CE­-Zeichen und einen möglichst geringen Schallleistungspegel achten – auf Seite 5 der Broschüre gibt es eine Abbildung der relevanten Gütezeichen.