Die angehende Chemielaborantin Annika Altena kann mithilfe der CURRENTA-Bildungscloud auch mobil an Lerneinheiten teilnehmen.

Entdeckerfreude „am Abzug“

Ausbildung zur Chemielaborantin

Annika Altena ist angehende Chemielaborantin und im zweiten Ausbildungsjahr. Annika macht Chemie einen Riesenspaß – deshalb gibt sie am Abzug auch so richtig „Gas“. Am Abzug? – Na, klar. Zu jedem guten Labor gehört auch ein entsprechender Abzug. Das ist ein Laborarbeitsplatz wie eine Art großer Glaskasten mit Tischplatte und Abzugshaube, kurz: Abzug. Er dient dem Schutz der Mitarbeitenden, unter anderem dadurch, dass Dämpfe von Chemikalien direkt weggesaugt werden und die Auszubildenden führen alle Versuche unter so einem Abzug durch. Schließlich stehen Sicherheit und Gesundheit an erster Stelle.

Das hat Annika in all den langen Monaten in der Corona-Zeit ausgiebig gelernt. Über die digitale Lernumgebung von CURRENTA, die sogenannte Bildungscloud, konnte sie alle Inhalte abrufen – und hat sich intensiv mit der Theorie beschäftigt. Als es um das Thema Arbeitssicherheit im Labor ging, konnten sie und ihre Mit-Azubis beispielsweise im Internet auf ein virtuelles Labor zugreifen. Ihre Aufgabe dort: die Sicherheitsmaßnahmen prüfen. In dieser Zeit hatten sie alle sehr regelmäßigen Kontakt zu ihren Ausbildern: Ihre Ergebnisse präsentierten sie in Online-Konferenzen und konnten auch Fragen stellen. „Ich persönlich kam recht gut mit den virtuellen Lerneinheiten zurecht“, bringt Annika es auf den Punkt.

Kittel an und rein ins Labor

Als es dann endlich im Ausbildungszentrum auf dem Bildungscampus „ran an den Abzug ging“, war sie kaum zu halten. Annika bändigt ihre blonden Locken zu einem Pferdeschwanz und zieht ihre Schutzkleidung an: Kittel, Handschuhe und Sicherheitsbrille gehören dazu. In Corona-Zeiten ist ihre 15 Azubi starke Gruppe, wenn möglich, auf zwei Labore aufgeteilt – damit es leichter ist, den entsprechenden Abstand einzuhalten. Die Ausbilderin bespricht die Versuche zuerst mit der gesamten Gruppe – dann führt jeder Auszubildende diese Versuche selbst durch.

„Wir haben uns unseren Beruf auch deshalb ausgesucht, weil wir praktisch arbeiten und anpacken wollen“, sagt Annika. „Beim Nachholen der praktischen Teile nach dem Lockdown konnten wir sofort viel eigenständiger arbeiten, da die Abläufe für uns von Anfang an nachvollziehbarer waren“, ergänzt sie. Allerdings räumt sie ein, dass es auf Dauer demotivierend ist, sich über Wochen und Monate ausschließlich mit der Theorie zu befassen.

Große Kolonne – kleine Kolonne

Annika ist beeindruckt, welche großen Apparaturen sich im Abzug aufbauen lassen – zum Teil mit einem enormen Fassungsvermögen. Gut hat ihr beispielsweise das Trennen von Flüssigkeitsgemischen gefallen; hier konnte sie verschiedene Kolonnen ausprobieren, um das bestmögliche Trennverfahren herauszufinden. „Interessant finde ich die Größe mancher Apparaturen, die sogar bis oben in den Abzug hinein reichen“, sagt sie begeistert. Auch spannend: Die unterschiedliche Wirkung von einer großen und einer kleinen Kolonne herauszufinden – und zu beobachten, wie sich die Versuchsergebnisse unterscheiden; eine Entdeckung nach der anderen.

Punktlandung beim Betriebseinsatz

Bei Annikas Ausbildung wechseln sich Blockunterricht in der Schule mit Zeiten im Ausbildungszentrum ab. Und dann sind da noch die Betriebseinsätze. Bisher war Annika in einer Abteilung – einer, die ihr besonders am Herzen liegt: die Elementaranalytik. Sie hat dort verschiedene Methoden kennengelernt und dabei mehrere Labore durchlaufen. Annika interessiert sich besonders für Analytik – und war mit ihrem ersten Betriebseinsatz gleich an der richtigen Stelle.

Über die Bildungscloud sind die Azubis untereinander und mit ihren Ausbilderinnen und Ausbildern vernetzt.

Begeisterung für Chemie in der Schule entdeckt

Schon an der weiterführenden Schule hat Annika sich immer auf den Chemieunterricht gefreut. „Ich fand es immer wieder spannend, wenn der Lehrer Versuche gemacht hat“, berichtet sie. In der zehnten Klasse hat sie in ihren Sommerferien ein zweiwöchiges Chemie-Praktikum gemacht; und dann in der Oberstufe Chemie als Leistungskurs gewählt. „Ich habe viel Spaß daran gehabt und bin immer gerne hingegangen“, erinnert sie sich und ist immer noch begeistert, wenn sie davon erzählt. Annika hat sich einen Beruf gewünscht, der ihr auf lange Sicht Spaß macht – und hat ihn gefunden.

CURRENTA bietet Ausbildung im Traumberuf

Und wie ist Annika auf CURRENTA aufmerksam geworden? Über einen Bekannten, der im Bereich Chemie in der Region arbeitet, hat sie Adressen von mehreren Unternehmen bekommen und sich dort beworben. Ihr Ziel: zuerst eine allgemeine Ausbildung absolvieren, ohne Spezialisierung. Das bietet CURRENTA an. Und das hat für Annika am Ende den Ausschlag gegeben. Zudem findet sie Analytik hochinteressant. Auch hier kann CURRENTA punkten.

Und was braucht es außer Spaß an der Chemie noch, um Chemielaborant zu werden? Freude am Lernen und eine Portion Fleiß gehören auch dazu – denn es gilt, ständig Neues aufzunehmen und sich viel Chemie-Wissen anzueignen; und ein Quäntchen Mut, schließlich arbeiten alle Azubis bei den Versuchen des Öfteren mit gefährlichen Stoffen. „Wir tragen bei diesen Versuchen Handschuhe, die Arbeitssicherheit steht immer im Vordergrund“, sagt Annika.

  • Alter: 19

  • Beruf: angehende Chemielaborantin

  • Fun Fact: Die Welt ist klein – ich habe sogar in meinem Ausbildungsjahrgang Menschen aus meinem Heimatort getroffen, obwohl ich weiter weg gewohnt habe: 100 Kilometer sind kein Hindernis für Chemiebegeisterte. 😊

  • Wo aufgewachsen?
    Auf dem Land zwischen Hamm und Werl

  • Die Lieblings-chemische Verbindung?
    Die große Liebe zu einer chemischen Verbindung ist mir noch nicht begegnet.

  • Gibt es einen Duft, den Annika überhaupt nicht ausstehen kann?
    Buttersäure finde ich wenig angenehm – das riecht sehr nach ranziger Butter. Ansonsten habe ich noch nicht häufig mit Stoffen gearbeitet, die besonders geruchsintensiv sind.

  • Was ist besonders beeindruckend?
    Trennen von Flüssigkeitsgemischen gefällt mir gut – ich konnte verschiedene Kolonnen ausprobieren, um das bestmögliche Trennverfahren herauszufinden, und mit welchen Geräten man am besten arbeitet. Aber auch die Analytik an sich ist immer wieder spannend.