Dampf im Kessel

CHEMPARK-Betreiber CURRENTA hat Anfang des Jahres eine neue Power-to-Heat-Anlage am Standort Dormagen in Betrieb genommen und spart damit Ressourcen, wie zum Beispiel Erdgas.

ELDOR – was klingt wie eine Figur oder ein Ort aus „Der Herr der Ringe“ hat mit Fantasiegebilden ebenso wenig zu tun, wie mit dem Goldland Eldorado. Ein Gewinn ist er aber allemal. ELDOR ist der neue Elektrodenkessel (EL) in Dormagen (DOR), der Ende Januar von CURRENTA in Betrieb genommen wurde und sich in den vergangenen Monaten bereits bewährt hat. Trotz ihrer eher geringen Größe von knapp fünf Metern Höhe und zweieinhalb Metern Durchmesser macht die neue Anlage im wahrsten Sinne des Wortes Dampf und verwendet dafür Strom aus erneuerbaren Energien.

Über die Rohrbrücken versorgt CURRENTA die ansässigen Betriebe und Anlagen mit dem wichtigen Produkt. Dampf wird vor allem benötigt, um verschiedene Produkte, wie beispielsweise Kautschuk auf eine bestimmte Temperatur zu Erhitzen. Aber auch für allgemeine Heizprozesse in der Produktion oder das Heizen von Büro- und Sozialräumen.

Ressourcen sparen dank intelligenter Steuerung

Die eigentliche Besonderheit der Anlage: Sie verfügt über eine vollautomatische Smart-Data-Steuerung, die den optimalen Betrieb des neuen Kessels sicherstellt. Denn dieser reagiert auf Schwankungen im Stromnetz. Deutet sich dort ein Überschuss an erneuerbaren Energien an, ist ELDOR innerhalb von nur fünf Minuten einsatzbereit. Ingenieurin Anke Gasten erläutert: „Die gezielte Abnahme von Überschussstrom dient der Stabilisierung des deutschen Stromnetzes und gleichzeitig wird mit dieser Maßnahme auch Primärenergie eingespart, denn erdgasbefeuerte Kessel zur Dampfproduktion werden vom Markt verdrängt.“

Fünfeinhalb Meter hoch und zweieinhalb Meter breit: ELDOR gehört wohl eher zu den kleinen Anlagen, aber sie hat ordentlich Power.

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Von der Idee auf dem Papier bis zur fertigen Anlage sind nur 13 Monate vergangen.

So funktioniert der Elektrodenkessel:

Den Dampf erzeugt das Aggregat unmittelbar aus Strom mit einer Spannung von sechs Kilovolt. „Das Wasser wird durch einen direkten Stromfluss zwischen zwei Elektroden erhitzt“, erklärt Gasten, die den Bau der Anlage als Projektleiterin begleitet hat. Bisher wurde Dampf in Dormagen ausschließlich mit der Hilfe von Erdgas produziert. Ende 2018 fiel die Entscheidung für das neue, ressourcenschonende Kesselhaus. Innerhalb eines Jahres wurde die neue Anlage gebaut und in Betrieb genommen. „Von der Entscheidung zum Bau mitsamt Projektantrag über die Planung, die Genehmigung und den Bau bis zur Inbetriebnahme in rekordverdächtigen 13 Monaten! Das war zwischendurch auch mal stressig“, erinnert sich Gasten: Es mussten nicht nur verschiedene Angebote für den Elektrodenkessel eingeholt werden, sondern auch ein strategisch guter Platz für das neue Gebäude gefunden und die Anlage in die Versorgungsinfrastruktur eingebunden werden. Seit Ende Januar ist ELDOR angeschlossen.