Die Herren der Lage

Im Interview: CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich und CURRENTAs Pandemiebeauftragter Oliver Krause

Wie seine Berufsbezeichnung verrät, leitet CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich den CHEMPARK und übernimmt damit auch eine wichtige Funktion in der Krise. Er hat den Vorsitz des Krisenstabs und die Verantwortung, alle Unternehmen und deren Bedarfe im CHEMPARK nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Dabei immer besonders im Fokus: Der Schutz und die Sicherheit der Menschen in den Werken. Ihm zur Seite stehen in der aktuellen Corona-Krise die Pandemiebeauftragten der Unternehmen. Als Pandemiebeauftragter von CHEMPARK-Manager und -Betreiber CURRENTA ist Oliver Krause auch für die Koordinierung der Maßnahmen von allen ansässigen Unternehmen verantwortlich. Dafür unterstützt er Lars Friedrich bei der Führung des CHEMPARK-Krisenstabs.

Ihre Tage sind im Moment geprägt von vielen verschiedenen Aufgaben und viel Verantwortung. Sie arbeiten beide für CURRENTA – als CHEMPARK-Manager und -Betreiber steht das Unternehmen vor einer ganz besonderen Herausforderung. Wie sieht die im Moment aus?

Lars Friedrich: Die Corona-Krise ist – im Bild gesprochen – ein Marathonlauf. Wir haben uns die Situation angeschaut, Maßnahmen rechtzeitig sowie konsequent getroffen und fortlaufend auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Und das müssen und werden wir auch weiter jeden Tag so machen. Wir im CHEMPARK sind gemeinsam mit unseren Kunden verantwortlich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Anlagen und Prozesse.

Oliver Krause: CURRENTA muss zum Beispiel wesentliche Elemente der notwendigen Infrastruktur aufrechterhalten. Von der besonderen Verbundstruktur im CHEMPARK profitieren die Bertriebe – aber auch nur, wenn alles auch läuft. Wir können nicht zulassen, dass einer unserer Betriebe schließt und mehrere andere dann Probleme bekommen.

Friedrich: Wir haben Verantwortung für die Menschen und den Betrieb. Dem müssen wir gerecht werden. Und wieder im Bild gesprochen bedeutet das: Wir sind vielleicht bei Kilometer 20 des Marathons.

Wie hat die Krise Ihren Arbeitsalltag beeinflusst?

Krause: Bis vor zwei Wochen war circa die Hälfte der Wochenarbeitszeit für Regeltermine zur Corona-Krise reserviert. Dazu zählen etwa Krisen- und Einsatzleiterstäbe, Kundeninformationen und Lageupdates. Aktuell ist die Lage stabil. Das bringt uns in die gute Situation, auch unsere Lagebesprechungen zu entzerren. Das schafft Luft, auch für die Bearbeitung liegen gebliebener Aktivitäten. Aber nach wie vor liegen wir mit den Ohren auf der Schiene, um ad hoc auf Lageänderungen reagieren zu können.

Friedrich: Die stressigste Phase haben wir also gerade hinter uns gebracht. Da waren sehr lange Arbeitstage die Regel. Denn die Umsetzung der Pandemievorplanung in die Realität hat uns vor einige Herausforderungen gestellt. Sie bedeutete nämlich auch das komplette Umstellen der Arbeitsweisen. Ich bin aber sehr zufrieden, wie das funktioniert hat. Das konnte nur mit einem guten Team klappen. Die Kollegen haben hier wirklich gut mitgezogen.

Wie sorgen Sie im Moment für die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Werken?

Krause: CURRENTA hat ein Schutzkonzept für ihre eigenen Mitarbeiter erstellt, welches als mögliche Vorlage für alle anderen Unternehmen verteilt wurde. Ein gemeinsames Schutzkonzept ist in Abstimmung, wobei ein Großteil dieses Konzepts schon so oder so ähnlich flächendeckend umgesetzt wurde. Ein Beispiel sind die Fieberscans an den Werkszugängen. Natürlich gelten auch bei uns die allgemeinen Mindestabstands- und Hygieneregeln. Hierbei orientieren wir uns an den politischen Vorgaben und gehen bei ganz sensiblen Einrichtungen wie Rettungsdienst, Feuerwehr und Gesundheitsschutz sogar darüber hinaus.

Wie werden sie zukünftig für das Wohl der Mitarbeiter im CHEMPARK sorgen?

Krause: Wir werden weiterhin alles genau beobachten und das Schutzkonzept und unsere Maßnahmen regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Friedrich: Wichtig ist aber auch die Diskussion mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Was können wir gemeinsam tun? Was können wir an Prozessen verändern, um sicher zu produzieren? Mit dem Ziel, dass niemand Befürchtungen haben muss, an den Arbeitsplatz zu kommen – sondern die Gewissheit hat, dass es dort genauso sicher ist wie zuhause.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen?

Friedrich: Wir haben einen Kern-Krisenstab, in dem wir mit den CHEMPARK-Partnern die Maßnahmen abstimmen. Denn ohne Abstimmung und allgemeine Akzeptanz lassen sich die Maßnahmen gar nicht flächendeckend umsetzen.

Krause: Die Zusammenarbeit ist in diesem Maße einzigartig und wirklich hervorragend. Wir diskutieren mindestens einmal die Woche mit allen CHEMPARK-Partnern und Service-Partnern über die aktuelle Lage und die Auswirkungen auf den CHEMPARK. Alle ziehen an einem Strang, und trotzdem können die individuellen Bedarfe unterschiedlich abgedeckt werden.

Wird die Krise bald zum normalen Alltag?

Krause: Auch, wenn die Lage sich etwas entspannt hat, werden wir parallel zum normalen Arbeiten den Krisenstabsmodus aufrechterhalten. Denn soweit ich das einschätzen kann, wird dieses Jahr weiter unter dem Eindruck von Corona stehen.

Friedrich: In welcher Intensität ist nicht klar– wir haben alle keine Glaskugel. Aber: Viele haben schon Durchhaltevermögen dabei gezeigt, Disziplin und auch die Ruhe zu bewahren. Ich hoffe, dass wir das weiter aufrechthalten können. Denn unter solchen Rahmenbedingungen die Stabilität im CHEMPARK aufrecht zu erhalten, das wird eine große Herausforderung. Das klappt nur, wenn wir auch weiterhin zusammenarbeiten und jeder seinen Beitrag leistet.

Was kann aus Ihrer Sicht jeder Einzelne tun?

Friedrich: Abstand halten, Regeln einhalten, Hygienemaßnahmen beachten. Hier hilft zum Beispiel das Tragen von Masken. Das sind keine Einzelthemen, sondern die Maßnahmen müssen in der Gesamtheit eingehalten werden. Jeder Einzelne kann so zum Erfolg beitragen. Und außerdem wichtig: Nerven bewahren.

Zum Schluss: Was macht die Corona-Krise mit Ihnen persönlich?

Krause: Am meisten fehlen mir die persönlichen Kontakte – egal ob privat oder beruflich. Auch die freitagabendliche Skype-Party ersetzt den persönlichen Kontakt zu meinen Freunden leider nicht. Am schlimmsten finde ich aber die Ungewissheit für viele, die durch Corona in Schwierigkeiten gekommen sind. Ich hoffe, dass es für alle möglichst gut ausgeht. Und auf so etwas wie Normalität.

Friedrich: Meine Familie und ich sind bisher relativ gut durch die Corona-Krise gekommen – wir sind zum Glück alle gesund. Natürlich ist es eine neue Situation – privat und beruflich – auf die man sich einstellen muss. Aus meiner Sicht gilt es, jetzt Nerven und Ruhe zu bewahren; und bei allem Unmut und allen Problemen, die man so hat, einfach ruhig konzentriert und positiv nach vorne zu schauen.

Zugang ins Werk

Der Schutz und die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für den CHEMPARK an erster Stelle. Alle Maßnahmen, wie beispielsweise die Fieber-Scans an den Toren, wurden getroffen, um der Möglichkeit der Verbreitung innerhalb des Werks bestmöglich vorzubeugen. Was sich konkret für Besucher und Belegschaft geändert hat – sehen Sie selbst.

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