Neue Ideen für die Nachbarschaft

Durch Corona entstehen neue Bedarfe

Durch die Corona-Pandemie können viele Veranstaltungen nicht stattfinden, fallen aus oder liegen auf Eis. So zum Beispiel die CHEMPARK-Rundfahrten. Finden sie normalerweise je Standort einmal im Monat statt, so sind sie schon seit März auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Geschlossene Tore statt Einblicke in den CHEMPARK. Aber durch die ungewohnte Situation entstehen neue Ideen, trotz aller Sicherheitsmaßnahmen für die Nachbarn da zu sein.

Dass die Veranstaltungen ausfallen, dient natürlich der Eindämmung des Corona-Virus und ist nur vorübergehend. „Sobald es sicher möglich ist, werden die Tore auch wieder geöffnet“, verspricht Chempark-Leiter Lars Friedrich. Auch die Nachwuchsförderung spielt für die Unternehmen im CHEMPARK eine zentrale Rolle. So war es umso bedauerlicher, dass der Girls’ Day am 26. März nicht stattfinden konnte. Und es ist unklar, ob die Aktion „Meine Position ist spitze“ im Sommer stattfinden kann.

Nachbarschaftsaktionen verschoben
An allen drei Standorten organisieren die Nachbarschaftsbüros regelmäßig Aktionen und Veranstaltungen mit Schulen und Kindergärten. Vorschulkinder bekommen einen Einblick in die Welt der Chemie, Schulklassen können sich die Luftmesswagen von innen ansehen, Erzieherinnen und Erzieher dürfen sich am Firetrainer beweisen, und beim Gesundheitstag gibt es Informationen und Tipps zu den Themen Ernährung, Bewegung und Fitness. All diese regelmäßigen Aktionen können im Moment nicht stattfinden. Bereits im März musste zum Beispiel die Defibrillatoren-Aktion mit Trainerinnen und Trainern des TSV Bayer Dormagen und Erzieherinnen und Erziehern von verschiedenen Kindergärten abgesagt werden. Eigentlich sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier den richtigen Umgang mit dem Lebensretter „Defi“ lernen. „Sobald es ohne Risiko möglich ist, werden wir so viel wie möglich nachholen“, da sind sich alle drei Politik- und Bürgerdialogsleiter einig.

Die neue Situation erfordert neue Ideen
Andere geplante Veranstaltungen oder Beteiligungen der Nachbarschaftsbüros finden im Moment ebenfalls nicht statt. Die meisten wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Dazu gehört zum Beispiel das Projekt „Umweltkirche“ in Leverkusen, an dem das Nachbarschaftsbüro beteiligt ist. Die geplante Podiumsdiskussion ist erstmal abgesagt. Auch die Aktionen in der Rathausgalerie ruhen. Gleiches gilt für den Bootsbau mit dem Jugendzentrum Bunker Leverkusen, der schon vor den Osterferien abgesagt wurde. „Viele schöne Nachbarschaftsaktionen, die jetzt alle auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden. Das ist sehr schade“, findet Ulrich Bornewasser, Leiter Politik und Bürgerdialog in Leverkusen. Aber die neue Situation macht erfinderisch. Und so entstehen auch neue Ideen und Kooperationen zwischen dem Nachbarschaftsbüro und seinen Nachbarn in Leverkusen: „Wir beteiligen uns jetzt zum Beispiel an dem Wettbewerb ‚Die schönste Maske in Leverkusen‘ und unterstützen eine Schneiderei bei der Produktion von Masken. Weitere Projekte sind in Planung“, so Bornewasser.

Die Holzbienen in Dormagen fliegen weiter
In Dormagen war am 8. Mai eigentlich die Einweihungsfeier des renovierten Bunkers am Raphaelshaus geplant. Auch die ist natürlich erstmal verschoben worden. Genau, wie die große Feier der Lokalen Allianz anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens, die im Sommer geplant war. Die gute Nachricht: Das Bienenprojekt, bei dem Dormagener Kinder Holzbienen bemalen können, damit diese den echten Bienen in der Natur Gesellschaft leisten, läuft weiter. Andere Kooperationen zwischen dem CHEMPARK und verschiedenen Institutionen in Dormagen wurden ebenfalls abgesagt oder verschoben. Aber: „Durch Corona haben sich ganz neue Bedarfe ergeben“, sagt Jobst Wierich, Politik- und Bürgerdialog-Leiter in Dormagen. „Wir suchen nach Themen und entwickeln Ansätze, die in dieser Zeit dort unterstützen, wo es besonders nötig ist.“ Dazu gehören neu ins Leben gerufene Projekte mit den verschiedenen Kooperationspartnern, wie der Bürgerstiftung und der Wirtschaftsförderung. Ein Beispiel für ein solches Projekt in Dormagen lesen Sie hier.

Kontakthalten trotz Abstand
Auch in Krefeld-Uerdingen spürt Politik- und Bürgerdialog-Leiter Mario Bernards die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie: „Bei vielen Partnern und Freunden hat sich diese nie dagewesene Krise leider sehr deutlich niedergeschlagen.“ So auch im Veranstaltungskalender. „Egal ob strategische Projekte wie ‚Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld‘ und ‚Zukunft durch Industrie‘, bewährte Events wie ‚Charity Run‘ und ‚Oeding Open‘ oder wichtige Live-Begegnungen im Uerdinger Kümmererkreis und im Stadtumbau-Beirat – sie alle leben ganz wesentlich vom direkten Draht. Und der ist derzeit gekappt“, berichtet Bernards. „Umso wichtiger ist aber, trotzdem im Austausch zu bleiben. Telefonisch oder per Video-Call. Wir möchten gerne wissen, wie es den Akteuren und Unternehmen geht, und was wir gemeinsam trotz der besonderen Zeiten bewegen können.“ Dass dies der richtige Weg ist, bestätigt ihm die ungebrochene Gesprächsbereitschaft der Menschen: „Uns erreichen sehr viele ermutigende Stimmen, unseren gemeinsamen Dialog gerade jetzt zu beflügeln für die Zeit nach Corona.“