Bunte Einblicke

Schüler eines Leverkusener Chemie-Leistungskurses experimentieren mit Farben und lernen die Bedeutung der Farbenindustrie für die Stadtgeschichte kennen.

Auf die richtige Mischung kommt es an, wenn aus chemischen Grundstoffen Farbe werden soll. Das merkten auch die Schülerinnen und Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, während sie Zutaten abwogen, abfüllten und verrührten.

Der Chemie-Leistungskurs tauschte einen Tag Stifte und Schreibblöcke gegen Laborkittel und Handschuhe. Nachbarschaftsbüroleiter und Chemiker Ulrich Bornewasser hatte noch weit vor den coronabedingten Schulschließungen mit „Farben und Färben“ zum Experimentieren eingeladen. Nach einer kurzen Einführung in die Theorie der Farbenherstellung durften die Nachwuchswissenschaftler dann selber ran. Im Experimentierlabor von CHEMPARK-Manager und -Betreiber CURRENTA konnten sie ihre neuerworbenen Kenntnisse bei der Färbung von verschiedenen Fasern mit dem blauen Indigo-Farbstoff direkt in die Praxis umsetzen.

Spaß und Wissen auf der Tagesordnung
„Mir war es wichtig, mit diesem Nachbarschaftsprojekt dem Leverkusener Nachwuchs die Freude an der praktischen Anwendung der Chemie zu vermitteln. Denn ohne diese Anwendungen sähe unser Leben in fast allen Lebensbereichen deutlich anders aus“, erklärt Bornewasser. „Gleichzeitig konnten wir uns durch den Aufbau des Programms dem Thema Farben wissenschaftlich, lokal und sogar historisch nähern.“ Denn nach dem Experimentieren ging es für die Schülerinnen und Schüler weiter nach Opladen, wo Historikerin Ellen Lorentz in der Dauerausstellung auf dem Anwesen der Fabrikantenfamilie Römer erklärte, wie der Aufschwung der Farbenindustrie im frühen 20. Jahrhundert den Verlauf der Leverkusener Stadtgeschichte mitgeprägt hat.

Farbengeschichte gleich Chemiegeschichte
Mit ihrer damaligen Färberei war die Familie Römer eine Hochburg für das aufwendige Produktionsverfahren zur Herstellung von Farben. Auch die Ansiedlung des Farbproduzenten Bayer AG trug wesentlich zum Aufschwung der Chemiestadt bei, da Bayer das beim Bürgertum besonders beliebte „Türkischrot“ herstellte. „Meine Schülerinnen und Schüler haben sich schon lange auf diesen Ausflug gefreut“, erinnert sich die betreuende Lehrerin Petra Klawikowski zurück. „Wir sind sehr dankbar über dieses Angebot des CHEMPARK, die Inhalte aus den Lehrbüchern anwenden zu können, und dabei noch etwas über unsere Stadt zu erfahren.“